Umfrage-Studien

Bei Umfragen wird eine große Anzahl von Personen zu ihrem Verhalten, ihren Einstellungen und Meinungen befragt. Einige Erhebungen beschreiben einfach nur, was die Menschen nach eigenen Angaben denken und tun. In anderen Umfragestudien wird versucht, Beziehungen zwischen den Merkmalen der Befragten und den von ihnen angegebenen Verhaltensweisen und Meinungen herzustellen. In einer Umfrage könnte zum Beispiel untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und der Einstellung der Menschen zu einem bestimmten sozialen Thema gibt. Wenn Erhebungen durchgeführt werden, um Zusammenhänge festzustellen, wie bei diesem zweiten Zweck, werden sie als Korrelationsstudien bezeichnet.

Campbell und Katona (1953) skizzierten neun allgemeine Schritte zur Durchführung einer Umfrage. Obwohl diese Liste mehr als 50 Jahre alt ist, ist sie heute noch genauso nützlich wie damals, da sie einen klaren Überblick über die Erhebungsverfahren bietet.

Die neun Schritte sind wie folgt:

  1. Allgemeine Ziele: In diesem Schritt werden der allgemeine Zweck und das Ziel der Erhebung festgelegt.
  2. Spezifizierung der Ziele: In diesem Schritt werden die Art der zu erfassenden Daten und die zu prüfende Hypothese näher spezifiziert.
  3. Stichprobe: In diesem Schritt geht es vor allem darum, die zu befragende Grundgesamtheit zu bestimmen, eine geeignete Stichprobe auszuwählen und die Kriterien für die Auswahl der Stichprobe festzulegen.
  4. Fragebogen: In diesem Schritt geht es darum, zu entscheiden, wie die Stichprobe befragt werden soll (z. B. per Post, telefonisch, persönlich) und die spezifischen Fragen zu entwickeln. Dies ist ein besonders wichtiger Schritt, bei dem der Inhalt und die Struktur (z. B. offenes oder geschlossenes Ende, Likert-Skalen) der Fragen sowie das Gesamtformat des Erhebungsinstruments (z. B. einleitende Worte, Reihenfolge der Fragen) festgelegt werden. Es ist wichtig, dass die endgültige Umfrage einer Protokollanalyse unterzogen wird, bei der zahlreiche Personen befragt werden, um festzustellen, ob sie (a) klar und verständlich ist und (b) die Fragen die Art von Informationen ansprechen, die sie erfassen soll. Bei bestimmten Skalen, wie z. B. Likert-Skalen, kann es auch sinnvoll sein, nach bestimmten Antwortmustern zu suchen, um zu sehen, ob sich eine problematische Antwortmenge ergibt, die durch eine eingeschränkte Variabilität der Antworten angezeigt wird (z. B. alle Items mit hoher Bewertung, alle Items mit niedriger Bewertung oder alle Items dazwischen).
  5. Feldarbeit: In diesem Schritt werden Entscheidungen über die Personen getroffen, die die Erhebungen tatsächlich durchführen werden, sowie über deren Qualifikation, Einstellung und Ausbildung.
  6. Inhaltsanalyse: Hier geht es um die Umwandlung der oft qualitativen und offenen Umfrageantworten in quantitative Daten. Dies kann die Entwicklung von Kodierungsverfahren, die Feststellung der Zuverlässigkeit der Kodierungsverfahren und die Entwicklung sorgfältiger Datenauswahl- und Bereinigungsverfahren beinhalten.
  7. Analyseplan: Im Allgemeinen sind diese Verfahren recht einfach, da sich die Analyse von Umfragedaten in der Regel auf deskriptive und korrelative Statistiken beschränkt. Dennoch sollten auch Umfragestudien klare Pläne für die statistische Analyse haben.
  8. Tabellierung: Dieser Schritt beinhaltet Entscheidungen über die Dateneingabe.
  9. Analyse und Berichterstattung: Wie bei allen Studien sind die letzten Schritte die Durchführung von Datenanalysen, die Erstellung eines Abschlussberichts oder Manuskripts und die Verbreitung der Ergebnisse der Studie.

Obwohl es eine Vielzahl von Methoden zur Durchführung von Studien gibt, sind die beliebtesten die persönliche Befragung, die telefonische Befragung und die schriftliche Befragung. Im Allgemeinen hat jede dieser Methoden ihre eigenen Vor- und Nachteile. Die wichtigste Überlegung für den Forscher bei der Entscheidung über die Form der Umfrageverwaltung ist die Antwortquote im Vergleich zu den Kosten. Als Faustregel gilt: Wenn eine hohe Antwortquote das Hauptziel ist, sind persönliche oder telefonische Umfragen die optimale Wahl, während Umfragen per Post die offensichtliche Wahl sind, wenn die Kosten eine Rolle spielen.

Der Hauptvorteil von Umfragestudien besteht darin, dass sie mit sehr geringem Aufwand und auf kosteneffiziente Weise Informationen über große Gruppen von Menschen liefern. Erhebungen ermöglichen es den Forschern, ein breiteres Spektrum von Verhaltensweisen und anderen Phänomenen zu bewerten, als dies in einer typischen naturalistischen Beobachtungsstudie möglich ist.